Netzwerk Lebendige Börde - Gründung

Erftstadt-Friesheim , den 14.06.2013

In der vergangenen Woche trafen sich Vertreter der Naturschutzverbände Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Bund für Natur-und Umweltschutz (BUND) der Kreise Euskirchen, Düren und dem Rhein-Erft-Kreis sowie das Komitee gegen den Vogelmord e.V. aus Bonn im Umweltzentrum Friesheimer Busch in Erftstadt.

Ziel war die Gründung eines Netzwerkes zum Schutz der Rheinischen Bördelandschaft als Teil der lebendigen Kulturlandschaft des Rheinlands.

Netzwerk Lebendige Börde

Pressemitteilung vom 14.Juni 2013

GEO-Tag der Artenvielfalt: 70 Schüler erleben „Natur pur“ in der Zülpicher Börde

Die Agrarlandschaften der Rheinischen Börden sind uralte Kulturlandschaften, in denen eine Vielzahl charakteristischer Tier- und Pflanzenarten lebt, die sich über Jahrtausende an ein Leben zwischen Pflug und Ernte angepasst haben. Viele dieser Arten - vom Ackerrittersporn über die Feldlerche bis zum Feldhamster - sind sogar auf die Ackernutzung und somit auf ein enges Zusammenleben mit dem wirtschaftenden Menschen angewiesen. Allerdings durchleben sie inzwischen schwere Zeiten, denn angesichts der Nutzungsansprüche einer globalisierten Welt bleibt ihnen zunehmend weniger Raum zum Leben.

Anlässlich des 15. GEO-Tags der Artenvielfalt lud das „Netzwerk Lebendige Börde*“ Schülerinnen und Schüler der Kreise Düren, Euskirchen und Rhein-Erft am 14.06.2013 auf einen Naturstreifzug durch die Zülpicher Börde ein.

Der Startschuss fiel in „Weiler in der Ebene“ bzw. in „Erftstadt-Erp“, denn dort, wo die Kreise Düren, Euskirchen und der Rhein-Erft-Kreis aneinander stoßen, zeigt die Börde ihr unverwechselbares Gesicht. Die vierte Klasse der Freien Waldorfschule aus Erftstadt-Liblar, mit Klassenlehrer Andreas Holst und die dritte Klasse der Grundschule Wichterich aus Zülpich, mit Schulleiterin Gabriele Hilsenbeck-Fischer, entdeckten an diesem Vormittag gemeinsam mit Fachleuten des „Netzwerks Lebendige Börde“ ein „Stück Natur" vor der eigenen Haustür. Auf dieser erlebnisreichen Tour gab es nicht nur viel zu entdecken, sondern es wurden die  vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten der Bördelandschaft auch möglichst genau untersucht und somit hautnah kennengelernt. Mit Hilfe einer Malaise-Falle wurden typische Fluginsekten der Ackerlandschaft eingefangen und identifiziert. Ob Kohlweißling, Ackerhummel, Florfliege oder Siebenpunkt-Marienkäfer, die 70 Schülerinnen und Schüler staunten nicht schlecht, welche Insekten so durch die Luft fliegen. Danach ging es, mit Becherlupen bewaffnet, auf die Suche nach weiteren Insekten. Auch die verschiedenen Feldvögel, wie die Feldlerche und ganz besonders die leuchtend gelbe Schafstelze, konnten mit Hilfe von Spektiven ganz genau beobachtet und bewundert werden. Ein Zuordnungsspiel und ein Quiz rundete den GEO-Tag der Artenvielfalt ab. „Welche Feldfrucht hat gelbe Blüten und wozu wird diese Feldfrucht vom Menschen genutzt“, „Nenne drei Feldvogelarten“ oder „Warum können durch den Menschen intensiv genutzte Äcker trotzdem ein Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen sein?“, waren nur einige der Fragen, die es zu beantworten galt. Als Geschenk gab es für die beiden Klassen eine Karte der Börde, in der alle Kinder ihren Heimatort mit einem Fähnchen markieren konnten. Die Karte wird im Klassenzimmer aufgehangen und soll an den gemeinsamen Naturstreifzug erinnern.

Die Mitglieder des „Netzwerk Lebendige Börde“ hoffen auch in Zukunft mit ähnlichen Aktionen, auf den Artenschwund der charakteristischen Arten der Rheinischen Börde, aufmerksam zu machen und damit zum Schutz dieser alten und lebendigen Kulturlandschaft des Rheinlands beizutragen.

Denn anders, als es vielleicht zunächst den Eindruck macht, haben die Landschaften der Rheinischen Börden eine ganz besondere Tier- und Pflanzenwelt, die sich über Jahrtausende an die Bedingungen der Ackernutzung angepasst hat. Doch geht es Grauammer, Kiebitz, Rebhuhn & Co. schlecht – sehr schlecht. Durch den ungebremsten Flächenverbrauch für Tagebaue, Abgrabungen, Gewerbegebiete, Straßen, aber auch Windkraftanlagen und die immer intensivere Landwirtschaft mit zunehmendem Energiepflanzenanbau und immer größeren Mastanlagen, verschwinden die charakteristischen Arten dieser alten Kulturlandschaft, die einst die Felder, Wiesen und Obstgärten der Börde in großer Zahl bevölkerten. 

Bilder - zum Vergrößern bitte anklicken - Bilder: ©Klaus Weddeling und Alexandra Schieweling

Ausgeräumter Acker
Blühstreifen
Blühstreifen
Blühstreifen
Feldhamster - Nicht echt, aber dennoch niedlich!
Knobhlauchkröte
Eine Ackerhummel ganz nah betrachtet.
Kinder vor der typischen Bördelandschaft.
Auch die Pflanzenwelt der Zülpicher Börde ist vielfältig. Jochen Gross (NABU Euskirchen) zeigt Ackerwildkräuter.
Boris Striffler (NÀBU Euskirchen) zeigt einen Laufkäfer und erläutert dessen Lebensweise.
Beim Zuordnungsspiel konnten alle Schüler ihr erlangtes Wissen nochmal testen.


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