(von Doris Siehoff / Nov. 2009)
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Das Beispiel Rureifel
„Hundert Jahre Klettern in der Nordeifel“, aber das sei kein Grund zum Feiern, sagte Heidi Cremer, nordrheinwestfälische Landesvorsitzende des Deutschen Alpenvereins (DAV), auf einer Jubiläumsveranstaltung im September 2008 in Nideggen. Zu viele Felsen seien gesperrt. Tatsächlich darf zurzeit im Rurtal an 20 von 92 bekletterbaren Felsen geklettert werden – an zu vielen, sagen Naturschützer. Immerhin sind die Buntsandsteinfelsen bei Düren – auch die, an denen das Klettern zugelassen ist – Naturschutz-, Vogelschutz- und FFH-Gebiet. Geschützt wurden sie aufgrund zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen und Gutachten sowie eines daraus resultierenden Kompromissvorschlags der Landesanstalt für Ökologie (LÖBF heute Landesamt für Naturschutz). Die Naturschutzverbände – AGW, BUND, EGE und NABU – hatten ein ganzjähriges Kletterverbot für alle Felsen gefordert.
Seit der endgültigen Unterschutzstellung im Jahr 1999 durch die Bezirksregierung Köln wurden an den gesperrten Felsen Kletterhaken entfernt, Wanderwege verlegt und Trampelpfade gesperrt und so große Bereiche beruhigt. Hierfür wurden mehrere hunderttausend Euro an öffentlichen Mitteln aufgewendet. Erste Erfolge sind erkennbar: An Felsen, die ganzjährig für den Klettersport gesperrt sind, zieht der Uhu wieder erfolgreich seine Jungen auf, siedeln wieder zahlreiche Mauereidechsen und halten Fledermäuse ungestört ihren Winterschlaf. Moose und Flechten wachsen auf zuvor kahl geschabten Felswänden. Die gesamte Flora und Fauna erholt sich vom jahrzehntelangen Stress durch das Klettern.