Nach 6 Jahren Twisyfahrt

Wer elektrisch fährt sollte unbedingt auch einen Vertrag mit einem grünen Stromanbieter abschließen, es ist nachher leichter den Scheinargumenten der anderer entgegen zu treten.

Vor 6 Jahren kauften wir unseren Renault Twisy. Als ich das Elektroquad zum ersten mal sah, dachte ich, es ist ja genau das, was ich schon immer suche. Ein Fahrzeug, das elektrisch fährt, mich umweltfreundlich von A nach B bringt und mich vor Regen schützt. Die Seitenfenster gab es damals noch nicht, deshalb kaufte ich mir im Baumarkt dicke Plastikfolie und Klettband. Die raue Seite des Klettbandes klebte ich in den Türrahmen und die Flauschseite auf die Plastikfolie. Dann noch eine Klappstruktur auf der Bürgersteigseite um nachher beim Wiedereinsteigen innen an den Öffnungsgriff zu kommen. Angenehm und wirkungsvoll ist die Frontscheibenheitzung im Herbst und Winter. Im Oktober gekauft, war im November die Ladungseinheit defekt. Der Twisy wurde in Bonn repariert, weil es damals in unserer Nähe in Düren keinen gab, der dies konnte. Als der Wagen auf Garantie repariert war, rief die nette Frau aus der Werkstatt an und meinte, ich könnte meinen Wagen abholen. Das ging aber nicht, die Strecke war zu weit. Also wurde der Twisy auf Kosten von Renault gebracht. Seit dieser Zeit läuft der Wagen einwandfrei. Bei der ersten Inspektion nach 12000km teilte mir die Werkstatt in Aachen mit, die Bremsbeläge und die Bremsscheiben müssen neu montiert werden. Ich war erstaunt, neue Bremsscheiben nach 12000km hatte ich noch nie gehört. Ich ließ alles machen ( 900EUR) und schrieb an Renault, es könne sich doch wohl nur um einen Materialfehler handeln. Renault erstattete uns 600 EUR. Endlich gab es die fertigen Seitenscheiben, die ich selber problemlos einbaute. Das war schon ein richtiger Luxus. Schade war, dass der Twisy über Nacht in der Eschweiler Innenstatt aufgebrochen wurde und die eine Scheibe dabei zerbrach. Ein anderes mal wurde mir in der Nacht ein Spiegel links komplett abgetreten. Jetzt schließe ich nicht mehr ab, weil es dann richtig teuer wird. Jetzt bin ich schon 52000km unterwegs. Täglich fuhr ich von Hürtgenwald nach Eschweiler und abends zurück. Diese Strecke fährt der Twisy im Sommer und Winter hin und zurück. Die angegebenen Strecken von 95km stimmen nicht ganz,  eher 85 im Sommer und 75 im Winter. Ich hatte in Eschweiler einen Schukostecker und immer, wenn ich fuhr, war der Twisy voll geladen. Es ist ein Stadtumfeldauto. Du brauchst entweder ein eigenes Haus mit Außenstecker oder eine Garage mit Stecker. Die Fahrt mit diesem Fahrzeug ist natürlich. Wenn es eine Unebenheit auf der Straße gibt, du merkst es. Wenn es draußen kalt ist, musst du dich warm anziehen, eine Heizung gibt es nicht. Handschuhe und Mütze sind auch nicht schlecht. Ein Klappspaten gegen Schneeverwehungen in der Eifel, ist im Winter Pflicht. Für das Licht und die Steuerungseinheit besitzt der Twisy eine kleine 12 Batterie. Diese habe ich selbst erneuert, was nicht schwer ist. Alle Reparaturen in der Werkstatt sind teuer. Auch Bremsbeläge kann man selbst erneuern, wenn man es vom Motorrad her schon kennt.Das Preis-Leistungverhältnis stimmt, besonders weil Renault jetzt freiwillig einen tüchtigen Rabatt gibt, da der Twist keine Auto ist und Du deshalb die Elektroautoförderung nicht bekommst.

Es gibt einen Twisy, der 45km/h fährt und einen Twisy der 80km/h fährt. Wer Landstraße fahren muß sollte den mit 80km/h wählen. Wer ein E-Auto fährt, muß vorher abschätzen, ob er auch wieder zurück kommt. Die Anzeige im Twisy ist eine recht genaue Hilfe, nach kurzer Zeit kann man die Strecken abschätzen. Jetzt gibt es auch einen Zwischenstecker für Ladesäulen, wenn diese keine Schukosteckdose haben. Günstig ist es immer, wenn man Freunde besucht und sein Verlängerungskabel dabei hat. Die Ladung geht echt schnell, weil man ja nie bis zur Vollentladung fährt. Zur Absicherung gegen Gewitterschäden sollte vor der Haussteckdose eine Überspannungsschutzvorrichtung ( sogenannte Biltzschutzdose) zwischengesteckt werden. Oder Sie laden bei Gewitter nicht.  

Es gibt für den Twisy Anbauteile zum Transport allerlei Gegenstände hinten. Es gibt ebenso eine Anhängerkupplung, die kann man im Internet bestaunen.

Ich würde den Twisy jederzeit wieder kaufen. Ich werde ihn nicht wieder verkaufen. Nicht unwichtig ist die monatliche Akku-Miete von 54 EUR bei einer Jahresstrecke von 15000km.Darin enthalten ist de Akku-Versicherung, wenn das Akku streikt oder den Dienst einstellt, erhält man ein neues von Renault.

Wenn Ihr noch zusätzliche Fragen habt, könnt ihr unter Kontakte meine Mailadresse sehen und mir schreiben. Ja dann mal gute Twisy-Fahrt. (Herbert Stolberg)

 

 

 

Peugeot Ion

Peugeot Ion Fahrt seit 10/2014

Nachdem wir so gute Erfahrung mit unserem Renault Twist gemacht hatten, fassten wir uns ein Herz und kauften einen gebrauchten Peugeot Ion. Active. Dr Wagen war 5/2011 angemeldet worden und hatte 16500km gelaufen. Wir fanden, für 13000EUR war der Wagen seinen Preis wert. Das war schon ein Schritt in Richtung "richtiges" Auto. Einen Förderung gab es damals nicht. Weil wir in Hürtgenwald wohnen, kamen für 500EUR noch einmal mal Felgen und Winterreifen dazu. Der Wagen hatte rundum Scheiben, ein Radio, einen CD Player, eine Heizung und Belüftung gehen beschlagene Scheiben. Vor allem angenehm, der Kofferraum. Wenn man die hinteren Sitze herunterklappt kann man bis zu 2,5m lange Bretter oder Balken transportieren. Wir saßen wieder nebeneinander und konnten auch noch 2 Leute mitnehmen. Da die Akkus mitgebaut waren, fiel die Miete weg. Dafür bezahlten wir ab 2016 45 EUR KFZ-Steuer. 2015 fuhren wir 12000km und zahlten bei einem Arbeitspreis vom 26,65Cent/KWh und einem Grundpreis von 8,90EUR rund 500EUR für den Stromverbrauch. Der Verbrauch liegt höher, weil wir auf der Rückfahrt immer die Berge nach Hürtgenwald vor uns haben. Mitgeliefert wird ein Kabel zum Anschluss an die Haussteckdose, zusätzlich kaufen mussten wir ein Ladekabel für die Ladesäulen. Die Kosten betrugen damals 553 EUR. Jetzt erhält man diese Kabel für ca. 180EUR. Unsere Inspektion wurde mit 118,80 abgerechnet. Richtig teuer wurde es im Dezember 2017, da streikte unser Peugeot und eine Reparatur von 3397,96EUR wurde fällig. Der Elektrische Wandler war defekt und musste erneuert werden. Jetzt läuft der Wagen wieder einwandfrei. Durch das stärkere Akku waren jetzt weitere Fahrten möglich und mit dem neuen Ladekabel trauten wir uns auf noch weitere Strecken, weil wir jetzt nach-laden konnten. Das größte Problem für die Ladeinfrastruktur sind die Diesel- und Benzinfahrzeuge. Immer wieder parken die Besitzer*innen in den Ladebuchten und unsereiner kommt nicht an die Ladesäule heran. Es sollen ja jetzt deutlich mehr Säulen aufgestellt werden aber dieses Problem der Falschparker*innen müsste besser kontrolliert werden. Jetzt haben wir 82000km zurückgelegt und wollen unseren Peugeot Ion nicht missen. Mit diesem Auto kann man Transporte aller Art durchführen und genießt das geräuschlose Dahingleiten auf den Straßen. In Eschweiler und Düren kann man kostenlos in der maximaler Parkdauer vor Ort parken, sehr angenehm. Der Ion ist ebenfalls ein Randstadtauto, mit der Stadt wird es schwer fallen nachts sein Auto zu laden. Man braucht halt viele Ladesäulen an den Straßenlaternen, das wäre ein großer Schritt nach vorne. Im Winter wird es unbequem im Ion. Bei eisigen Temperaturen kämpft man mit beschlagenen Scheiben. Es stellt sich die Frage, wie viel km Fahrstrecke kann ich opfern für eine freie Scheiben und etwas Wärme. Auch hier heißt es warm anziehen. Die groben Winterreifen kosten zusätzlich Fahrstrecke. Die tatsächliche Fahrstrecke sinkt dann gerne mal auch 70km. Mal eben nach Köln fahren ist nicht möglich, denn das Lade-App zeigt dir an, wo Ladesäulen sind und das sind echt wenige in Köln. Da größte Problem sind wieder die anderen Autofahrer, die in ihrer Parkplatznot die Ladesäulen blockieren.       

Leider gibt es für den Ion nach Auskunft des Fachhandels keine Gepäckträger und keine Anhängerkupplung, was sehr schade ist.

Wir möchten unseren Ion nicht mehr missen und sind froh ihn gekauft zu haben, auch wenn diese teure Reparatur von 3300EUR angefallen war. Wir wissen, dass der Radius besonders im Winter begrenzt ist und fahren dann lange Strecken mit der Bahn. 

Grundsätzlich sollte man keine Angst haben auch ein gebrauchtes Fahrzeug zu kaufen. Einmal ist es viel billiger und fährt genau so gut. Verrechnet man die teuren Pflichtinspektionen zur Erhaltung der Garantie mit einer Reparatur eines Gebrauchtfahrzeuges kommt man auch nicht schlecht weg. Zudem ist es für das Klima deutlich besser, gebrauchte Artikel zu kaufen und zu reparieren, da die Herstellung neuer Fahrzeuge erhebliche CO2 Mengen verbraucht. 

 

 

 

 

BMW I3

BMW I3 gefahren seit 2016.

Wir kauften unseren BMW I3 11/2016. Das besondere am I3 ist sein Extender. Dahinter verbirgt sich ganz einfach ein Stromaggregat. Im Wagen eingebaut ist ein Stromaggregat mit einem 600ccm großen Benzinmotor. Da BMW diese Kombination als Hybridtechnik angemeldet hat, ist dies das einzige Stromaggregat für das man KFZ-Steuer zahlen muss. Dies bestätigt mir auf meine Anfrage hin das Hauptzollamt Münster. 7/2017 hörte ich auf meiner Fahrt nach Eschweiler eigenartige knackende Geräusche. Ich drehte um und fuhr zu meinem Arbeitspatz zurück. Auf der sehr vorsichtig genommenen Fahrstrecke hörte ich ein metallisches Klingen, wie wenn Schrauben auf Metall fallen. Der Wagen war bei einer Rückrufaktion übersehen worden. Der Schaden war erheblich. Alle Reparaturen wurden von BMW ohne Rückfragen übernommen. Wir konnten unser Auto frisch repariert und mit neuen Ersatzteilen versehen abholen. Seit dieser Zeit läuft der Wagen einwandfrei. Das besonders Schöne an diesen E-Auto ist die Gewissheit, dass man nie wegen Strommangel stehenbleiben kann. Sobald die letzten 7 km angezeigt werden, spring das Stromaggregat an und produziert soviel Strom, dass alle Verbrauchen einwandfrei funktionieren. Die Urangst der Elokrofahrer*innen ist damit vom Tisch. Es ist ein tolles Auto, es gibt im I3 nichts was Benziner nicht auch hätten. Es ist allerdings ein 4-Sitzer. Der Kofferraum ist klein, weil der Boden dort hoch ist. Ein Kinderwagen passt so gerade hinein. Es wäre für eine Familie mit 2 Kindern schon ein Akt mit Koffern in Urlaub zu fahren. Sicher, wenn man die Sitze nach vorne klappt ist ausreichend Stauraum da, aber wo sitzen dann die Kinder? Ein Dauerproblem ist das rasche Beschlagen der Frontscheibe, wenn es draußen kalt und nass ist. Dann spielt man das bekannte Spiel " Tausche km gegen freie Sicht. Da man das Stromaggregat bei sich hat geht das ganz gut zu regeln. Wir haben den Wagen in Paderborn gekauft, sind 140km mit dem Akku gefahren und haben dann zwei mal 8l Benzin getankt, dann waren wir in Hürtengenwald. Aber als umweltbewusster Fahrer*in fährt man nicht  gerne auf Benzin. Jetzt gibt es an den Autobahnraststätten Ladesäulen und man kann nachladen, wenn man eine Pause macht. Die Ladeanzeige ist sehr genau und warnt, wenn man eine Strecke im Navi eingibt die weiter ist, als es die momentane Ladung erlaubt, dann zeigt das Navi die nächste Ladesäule an und auch den Weg dorthin. Beim Kauf ist ein Ladekabel für die normale Steckdose dabei. Zusätzlich gibt es eine Schnellladesteckdose. Ein Ladekabel für die normale Ladesäule muss man für ca. 180EUR selbst kaufen. Will man zu Haus schnell laden brauch man eine Ladebox mit 380V Drehstrom. 

Leider gibt es nach Auskunft im Fachhandel für den I3 keinen Dachgepäckträger und keine Anhängerkupplung., was sehr schade ist.

Der I3 ist ein Fahrzeug für weitere Strecken. Eine Fahrt nach Berlin oder München fährt man lieber mit dem ICE  mit grünem Strom. Entscheidend für uns war, die Gewissheit immer wieder, mit und ohne Ladesäule ohne Bangen nach Hause zu kommen und keinen unerschwinglichen Wagen aus Amerika kaufen zu müssen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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