Biomasse – Energie vom Acker?

©BUND NRW
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Die Nutzung von Biomasse ist aus Sicht des BUND ein wichtiger Baustein im Mix der erneuerbaren Energien und kann hier eine gute Ergänzung insbesondere zur Wind- und Solarenergie darstellen. Ihr großer Vorteil liegt in der Grundlastfähigkeit. Sinnvoll eingesetzt, trägt die Biomasse zum Klimaschutz bei, stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe und eine dezentrale Energieversorgung und bringt Landwirten ein zusätzliches Einkommen.

Doch ‚Biomasse’ ist nicht immer ‚bio’: Werden intensiv und großflächig z.B. Mais, Raps oder Zuckerrüben zur Belieferung von Biogasanlagen oder zur Verarbeitung zu Agro-Sprit angebaut, gefährdet dies die Artenvielfalt und setzt bei Anbau, Transport und Verarbeitung neue klimaschädliche Gase frei. Da Ackerflächen nicht beliebig vermehrbar sind, entstehen zudem massive Konkurrenzen zum Anbau von Lebens- und Futtermitteln und zum Naturschutz.

Im Jahr 2006 wurden in NRW nach Angaben der Landesregierung 3,12 TWh Strom aus Biomasse produziert. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies eine Steigerung um 20 %. Nach der Windkraft (3,56 TWh) kommt der Biomasse schon jetzt die zweitwichtigste Rolle bei den Erneuerbaren Energien in NRW zu. Insgesamt trug Bioenergie nach Branchenangaben in 2007 zur Einsparung von mehr als 53 Millionen Tonnen Kohlendioxid bei.

Nach Angaben des Bundesverbandes Erneuerbare Energien verzeichnet die Biomasse-Branche heute bundesweit einen Umsatz von rund 3,8 Milliarden Euro und tätigt Investitionen im Umfang von 1,8 Milliarden Euro. Heute sind bereits 50.000 Menschen durch die energetische Biomasse-Nutzung beschäftigt.

Mittlerweile werden in Deutschland auf 1,7 Millionen Hektar bzw. etwa 10 Prozent der Ackerflächen Energiepflanzen angebaut. Pflanzenkraftstoffe machen schon heute 7 Prozent des Gesamtverbrauchs aus. Hinzu kommen weitere 270.000 ha Ackerflächen, auf denen Pflanzen für weitere technische Zwecke wie z.B. Stärkegewinnung für die Papierproduktion angebaut werden. Der Bau von Biogasanlagen boomt - auch in NRW, wo derzeit (Stand Jan. 2007) rd. 260 Anlagen in Betrieb und viele weitere in Planung sind.

Ein Anbau von ‚Energiepflanzen’ muss daher klar definierten energiewirtschaftlichen und ökologischen Mindeststandards genügen.

 

Quelle:

http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/energie_klima/biomasse/



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