Windkraft Natur- und Artenschutz vs. Erneuerbarer Energien ?

©BUND Rhein Neckar Odenwald

Hier möchten wir über aktuelle Dinge zum Thema Windkraft im Kreis Düren informieren!

FaktenCheck Windenergie - zum Vergrößern bitte anklicken!

28. April 2015 DER FALKE berichtet: Etappensieg für Vogelschutz bei Windenergie-Ausbau

Umweltministerien geben neue Abstandshinweise für Windräder frei

Bild zur Meldung
Für den Rotmilan wurde der empfohlene Abstand von Windrädern zum Nest von zuvor 1000 Metern auf 1500 Meter verschärft. 
© Rosl Rößner

Im Konflikt um einen naturgerechten Ausbau der Erneuerbaren Energien haben Vogelschützer einen wichtigen Etappensieg errungen. Nach jahrelanger Verzögerung haben die Fachabteilungen der Länder-Umweltministerien nach Informationen des JournalsDER FALKE grünes Licht für die Neufassung der von den Staatlichen Vogelschutzwarten erarbeiteten Abstandsempfehlungen für Windräder zu Vogelschutzgebieten und Nestern („Helgoländer Papier II“) gegeben. Damit dürfte der Artenschutz in Gerichtsverfahren gestärkt werden, denn schon das erste „Helgoländer Papier“ ist von Gerichten oft bei Entscheidungen als maßgebliche fachliche Orientierung herangezogen worden.
Die neue Empfehlungsliste legt Abstände fest, in denen um die Nester vieler besonders gefährdeter Vogelarten keine Windräder gebaut werden sollen. Für den vom Aussterben bedrohten Schreiadler sind dies 6000 Meter, für Seeadler und Schwarzstorch 3000 Meter. Während die Abstandsempfehlungen für viele Arten sogar zugunsten der Windstandorte abgesenkt wurden, empfehlen die Staatlichen Vogelschutzwarten für den Rotmilan einen Mindest-Abstand zwischen Windrädern und Nest von nun 1500 Metern gegenüber 1000 Metern in den bislang gültigen Vorgängerempfehlungen von 2007. Dies wird mit wissenschaftlichen Untersuchungen begründet, nach denen der Rotmilan besonders häufig Opfer von Kollisionen mit Windkraftanlagen wird. Hierzulande leben mehr als 50 Prozent aller Rotmilane, weshalb Deutschland sich international zu einer besonderen Verantwortung für den Erhalt der Art verpflichtet hat. 
Die neue Empfehlungsliste wurde auf Basis aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen unter anderem an Vögeln erstellt, deren genauen Flugwege man mit Hilfe von Satellitensendern erforscht hat, die den Tieren in einer Art Rucksack umgeschnallt wurden. Vor allem gegen die Ausweitung des Mindestabstandes bei Rotmilanen war die Windstrom-Industrie Sturm gelaufen. 

Druck der Windindustrie auf Vogelschutzwarten
Der Freigabe des Papiers durch die Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz (LANA) der Landes-Umweltministerien war ein jahrelanges zähes Ringen vorausgegangen. Vor allem grün-regierte Ministerien hatten die Befassung mit dem Papier in dem höchsten Fachgremium der Ministerien und damit seine Veröffentlichung blockiert, berichtet DER FALKE in seiner an 30. März erscheinenden Aprilausgabe. Bei dem Treffen der Fachabteilungen der Landesumweltministerien wurde das Papier nach Informationen vonDER FALKE in der vergangenen Woche nun „zur Kenntnis genommen“ und es wurde auf die Erteilung weiterer Änderungsaufträge verzichtet. Damit ist der Weg frei zur Veröffentlichung und Anwendung des Papiers durch die Vogelschutzwarten. 
Auf Druck der Windindustrie wurden nach Recherchen von DER FALKE einige Formulierungen in dem Papier abgeschwächt. Statt von einem „Ausschlussbereich“ um ein Nest ist nun von einem „empfohlenen Mindestabstand“ die Rede, aus „fachlich erforderlichen“ wurden „fachlich empfohlene“ Abstände. Am gravierendsten sei aber die Hinhalte-Taktik einiger Länder gewesen, zitiert das Magazin aus Kreisen der Umweltministerien. „Die Verzögerung hat der Windlobby mehrere Jahre Zeit verschafft, Anlagen dort zu bauen, wo sie nach einstimmiger fachlicher Überzeugung schon seit Jahren nicht hätten gebaut werden dürfen“, sagte ein Insider aus einer Landesregierung im Gespräch mit DER FALKE. Auch vor der entscheidenden Sitzung in der vergangenen Woche hatten die grünen Umweltministerien von Rheinland-Pfalz und Niedersachsen nach DER FALKE-Informationen vergeblich eine Verschiebung der Befassung beantragt. Ungewöhnlicherweise wurde das Papier aber auch der Staatssekretärs-Konferenz der Länder zugeleitet, die im Mai tagt. Eine weitere politische Einflussnahme auf das Fachpapier ist dem Bericht zufolge damit nicht ausgeschlossen. 

Quelle: Pressemitteilung DER FALKE vom 19.3.2015

Windkraft Abstandsempfehlung der LÄNDERARBEITSGEMEINSCHAFT DER VOGELSCHUTZWARTEN (LAG VSW)

lag-vsw_abstandsempfehlungen_beschlussversion_lana_03-2015.pdf

Grundpositionen zur Windenergienutzung BUND Kreisgruppe Düren

22.02.2015 BUND KG Düren

Der Klimawandel ist im vollen Gange. Es gibt keine Alternative zu einer massiven CO2-Reduktion in den Industrieländern und einer Beschränkung für alle Schwellen- und Entwicklungsländer. Wir brauchen neben dem Schutz der Regenwälder, Aufforstungsprogramme, Ressourcenschonung, Einspartechnologien den Umbau unseres Energiesystems auf erneuerbare Energien. Dabei ist Windenergie die ertragsreichste, kostengünstigste und damit wichtigste Ressource unter den Erneuerbaren. Das Gelingen der Energiewende in Deutschland ist einer der wesentlichen Faktoren zur Erreichung des weltweiten CO2-Reduktionspfades. Deshalb setzen wir uns für die Förderung der Erneuerbaren Energien ein und organisieren Infoveranstaltungen, Bürger-Energie-Genossenschaften und Zukunftswerkstätten für eine breite Beteiligung der Bürger an diesem notwendigen Strukturwandel. Das bringt zwangsweise neue Belastungen mit sich, die aber im Vergleich zu Kohle und Atom allesamt gering und jederzeit rückholbar sind (keine Ewigkeitsschäden). Die neuen dezentralen Erzeugungsanlagen kommen den meisten von uns allerdings näher als die alten Großkraftwerke und Tagebaue.                   

 Diese neuen Betroffenheiten dürfen aber nicht zu einer St. Florian-Einstellung führen.

Unsichtbare Windräder gibt es nicht!

Jegliche Form der Energiegewinnung ist mit Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden, aber           

1. ein Windrad/park wird für eine überschaubare Zeit genehmigt

2. Windenergie ist rückholbar (auch kurzfristig, keine Ewigkeitsschäden wie bei Atom, Kohle, Gas),

3. neue effektivere Techniken ersetzen Altanlagen vor Ablauf der Laufzeit…d.h. Windenergie ist evtl. nur eine Übergangstechnologie, die wir aber für das Gelingen der Energiewende brauchen…

vgl. http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/energie_klima/windkraft/

Der BUND Landesverband NRW nennt die Kriterien (Eingriffsregelung, UVP, etc.) zur Erschließung der Windenergie in NRW.

Vorranggebiete ausweisen und konsequent erschließen:         

- das tun die Kommunen im Kreis Düren jetzt.

- das wollen wir uns konstruktiv begleiten und keine Bedingungen konstruieren,

- die nicht im Verantwortungsbereich der Kommune liegen

Wird nachgewiesen, dass es keine geeigneten Konzentrationszonen gibt, erschließt die Kommune alle sich alternativ lokal bietenden Potenziale zur Nutzung Erneuerbarer Energien.

Repowering fördern, Höhenbegrenzungen kappen und keine diskriminierenden Abstandsregelung wie z.B. in Bayern, weil die wissenschaftlich nicht zu begründen sind und nur den Zweck haben, Windenergie in NRW zu verhindern

Tabubereiche beachten! Im Natur- und Landschaftsschutz    vgl. Leitfaden Artenschutz...

Windkraftanlagen im Wald nicht generell ausschließen ...

1. wenn eine Gemeinde über keine anderen geeigneten Flächen für WEA verfügt,,  z. B. auch in Gewerbe- und Industriegebiete

2. der Wald bereits intensiv infrastrukturell genutzt wird

3. Gebiete mit intensiver forstwirtschaftlicher Nutzung in großflächigen Monokulturen

4. wenn Transport und Aufbau zu einer geringstmöglichen Schädigung führt

5. der Artenschutz eingehalten wird...

Planungsleitfäden beachten!

vgl. Leitfaden Windenergie und Artenschutz, vgl. Leitfaden zu Windernergieanlagen im Wald

Neues zur WEA Hürtgenwald

Artikel Dürener Nachrichten (zum.Vergrößern.anklicken)
Leserbrief Dürener Nachrichten (zum.Vergrößern.anklicken)

23.06.2014 BUND KG Düren (von Doris Siehoff)

In einer außerordentlichen Ratssitzung bekräftigte der Rat der Gemeinde Hürtgenwald am 17.06.2014 noch einmal die Ablehnung einer Windkraftkonzentrationszone am Rennweg. Die Aufgabe dieser Zone wird vom BUND begrüßt. Das Agieren des Bürgermeisters Axel Buch stimmt jedoch misstrauisch. Dieser ist nach wie vor für Windräder am Rennweg.

Ungewöhnlich zügig nach dem Ratsbeschluss vom 08.04.2014, die Planungen einer Windkraftkonzentrationszone am Rennweg endgültig aufzugeben, erfolgte schon Mitte Mai die erneute Offenlage des Flächennutzungsplanes zur Ausweisung von Windkraftzonen. Diese war allerdings mit heißer Nadel gestrickt oder aber bewusst falsch verfasst.

Offensichtlich ist es in vollem Vertrauen zur Verwaltung in Hürtgenwald nicht üblich, dass sich die Ratsvertreter selbst mit den ausliegenden Unterlagen befassen. Allein den Grünen war nicht entgangen, dass die Offenlage den jüngsten Ratsbeschluss ignorierte. Insbesondere eine Passage fiel auf: 

„Weiterhin ist derzeit politisch noch nicht entschieden, ob man in einen großen zusammenhängenden Waldbereich eingreifen will, oder ob die Gemeinde Hürtgenwald diesen Bereich zur Naherholung und als Eingang in das Gemeindegebiet freihalten will bzw. ob die Planung reduziert werden soll. Weiterhin laufen derzeit, wie für die Potentialflächen auch, noch artenschutzrechtliche Untersuchungen, die für das Bebauungsplanverfahren bzw. Genehmigungsverfahren relevant sind. Obwohl aus der ersten Untersuchung abgeleitet werden kann, dass artenschutzrechtliche Verbotstatbestände nicht eintreten werden, soll für die Fläche am Rennweg aus Vorsorgegründen noch die zweite Untersuchung nach den Vorgaben den Leitfaden „Windenergie und Artenschutz“ abgewartet werden.“

Aber nicht nur dieser Text widerspricht dem Ratsbeschluss. Wie ein roter Faden zieht sich durch den veröffentlichten Text und die dazugehörenden Karten die Absicht, das Gebiet am Rennweg als besonders geeignet für die Ausweisung einer Windkraftkonzentrationszone erscheinen zu lassen. 

Hierzu passt es ins Bild, dass der Bürgermeister erklärte, es sei lediglich irrtümlich eine falsche Fassung veröffentlicht worden, aber dies sei ein leicht zu behebender redaktioneller Fehler. Auf der jüngsten Ratssitzung ließ das Planungsbüro nur die Belange der Flugsicherung als Hindernis für die Realisierung einer Windkraftkonzentrationszone am Rennweg gelten. Dies sei ein praktikables k.o.-Kriterium, das nicht die gesamte Standortuntersuchung in Frage stelle. Das von Ratsherren vorgetragene Argument, dieses Kriterium könne sich vielleicht bald mit neuen Geräten, Vorschriften oder Urteilen zur Flugsicherung als nicht mehr relevant erweisen, wurde nicht akzeptiert. Bürgermeister und Planungsbüro wehrten sich vehement dagegen das Landschaftsbild, den Biotopverbund, die Naherholung, den unzerschnittenen Raum und den Artenschutz als Gründe anzuerkennen. Bleibt die Frage: Gibt Hürtgenwald doch nur "vorerst" die Zone am Rennweg auf, um jetzt mit den beiden anderen schnellstens zum Zuge zu kommen?

Die Stellungnahme des BUND finden Sie hier und in der Rubrik Stellungnahmen.

Die Stellungnahme des BUND zur WEA Hürtgenwald

WEA_Huertgenwald_Juni_2014_Homepage.pdf

Presseartikel - Zum Vergrößern bitte anklicken !

JHV März 2013 - Thema Erneuerbare Energien vs. Naturschutz ?

12-03-20_VDHE_bei_BUND_Kreis_Dueren_red.pdf

Fachbeitrag m.f. Genehmigung der VDH

Vortrag_WEH_Siehoff_red.pdf

Beitrag von Doris Siehoff

Nützliche Informationen anhand von Berichten, Vortragsunterlagen etc..

fabe40-I.pdf

Fachbericht LANUV Regenerative Energien

20110600_energie_position_windenergie.pdf

BUND Position Windenergie

vortrag_eworld_gesamt.pdf

Vortrag E-world LANUV

WindE-Tabuz_Schutzgebiete_06-12.pdf

Kommunale Umwelt-AktioN U.A.N. e.V. Tabuzonen

Windenergie könnte künftig zwei Drittel unseres Strombedarfs decken

Die Stromproduktion aus Windenergie hat seit dem Jahr 1990 einen immensen Aufschwung genommen. Aktuell werden in über 20.000 Anlagen mit über 20.000 MW Leistung ca. 30 Mrd. kWh Strom im Jahr erzeugt und damit etwa sechs Prozent des Strombedarfs in Deutschland gedeckt.

 Im Jahr 2050 könnten mindestens 150 TWh Strom aus Windenergie erzeugt werden. Durch größere Anlagen (durchschnittlich 4-5 MW statt 1 MW), größere Höhen und damit mehr Windstromertrag sind an Land sogar weniger Anlagen erforderlich als bisher. Mit nur 10.000 Anlagen könnte man bei 4-5 MW jährlich über 100 TWh Windstrom erzeugen. Hierbei kommt dem Repowering, d.h. dem Ersetzen älterer kleinerer Anlagen durch größere besondere Bedeutung zu. Dadurch könnten auch störende Eigenschaften einiger älterer Windräder wie Lärm und Schattenwurf deutlich gemildert werden.

Hinzu kommt die Windenergienutzung auf See (Offshore) mit einem langfristigen Potenzial von mehr als 20.000 MW und einer Stromproduktion von jährlich 60 TWh. Alles in allem könnte Windstrom etwa ein Drittel des heutigen bzw. zwei Drittel eines zukünftig halbierten Strombedarfs decken. Unter den erneuerbaren Energien verursacht Windenergie die geringsten Erzeugungskosten. Auch die energetische Amortisationszeit von Windkraftanlagen ist kürzer als bei den anderen Erneuerbaren.

Bei der Umweltbewertung der Windenergie hat sich gezeigt, dass bis auf wenige besondere Orte und wenige besonders gefährdete Vogelarten die Konflikte mit dem Vogelschutz sehr gering sind. Der BUND hat sich in seiner Position Windenergie klar für den Ausbau der Stromproduktion aus Windenergie ausgesprochen und Anforderungen formuliert, wie bei diesem Ausbau der Umwelt- und Naturschutz berücksichtigt werden soll.

Dies gilt auch für den Ausbau der Offshore-Windenergie. Hier tritt der BUND dafür ein, dass der Ausbau der ersten Offshore-WKA mit einem intensiven Programm zur Untersuchung der ökologischen Auswirkungen verbunden wird. Hinsichtlich der Netzanbindung der Offshore-Anlagen fordert der BUND eine Gesamtstrategie zur Netzanbindung und die Aussparung des sensiblen Bereichs des Wattenmeeres.

Mehr lesen Sie in der BUND-Position Windenergie.

2013-02-19 Bericht aus der WDR Lokalzeit Aachen

©WDR Lokalzeit Aachen

Vettweiß: Gemeinde will sich selbst mit Strom versorgen

Die Gemeinde Vettweiß im Kreis Düren will sich bald selbst mit Strom versorgen. Die Gemeinde gehört zu den besten Windkraft-Standorten in Nordrhein-Westfalen. Der Rat entscheidet Anfang März über die Pläne. Nach einer Studie des Landesumweltamtes kann Vettweiß theoretisch zehn mal mehr Strom aus Wind erzeugen als es selbst verbraucht. So viel freie Fläche steht in der Landgemeinde zur Verfügung. Die tatsächlich nutzbare Fläche ist zwar kleiner. Aber auch dann könnte über den eigenen Bedarf hinaus noch Windstrom verkauft werden. Auch die Bürger sollen mitverdienen können, wenn sie sich an einer künftigen Windstrom-Gesellschaft beteiligen. Wie Vettweiß überlegen derzeit viele Kommunen, aus Wind Geld zu machen.



Ihre Spende hilft.

Suche